Koordinierungstreffen

Koordinierungstreffen für alle die helfen wollen

Dienstag den 22.03.2022 in der Stadthalle

Protokoll

Anwesend: Bürgermeister Braun, Sozialreferent Dr. Döhla, Integrationsmanager Richard Linz, Ute Zimmer und Andrea Baumann vom Freiwilligen-Zentrum, viele Hauptamtliche aus dem Integrationsbereich und ca. 100 Menschen, die sich freiwillig engagieren wollen

Bürgermeister Braun und Sozialreferent Dr. Döhla gaben am Anfang der Veranstaltung einen Bericht zum Sachstand:

Stand 22. März 2022 sind ca. 250 Personen aus der Ukraine in drei Unterkünften untergebracht, davon im Hostel an der Kurgartenstraße 129, in der Jahnturnhalle 88 und in der Turnhalle der Hans Böckler Turnhalle 28. Für den 23. März werden weitere 40 Menschen erwartet, so dass im Hostel dann 159 und in der Hans Böckler Turnhalle dann 38 Menschen sind.

Die maximalen Aufnahmekapazitäten in den drei Unterkünften sind 200 im Hostel, 100 in der Jahnturnhalle und 120 in der Turnhalle der Hans Böckler Schule. Perspektivisch möchte die Stadt Fürth einen Standort für alle Geflüchteten, um nicht an mehreren Standorten Strukturen aufbauen zu müssen und führt deswegen schon Gespräche.

Es handelt sich vor allem um Mütter mit kleinen Kindern. Im Unterschied zur Situtation 2014/2015 gibt es für die Stadt wenig Planungssicherheit, da die Menschen zum Teil spontan kommen und keine Residenzpflicht haben. Sie können also jederzeit den Ort wechseln.

Zu den Geflüchteten in den Unterkünften kommen noch die Menschen, die privat unterkommen. Stand 22. März 2022 sind 480 Personen in der Stadt Fürth (Sammelunterkünfte und privat). Bei den privaten Unterkünften ist unklar, wie lange die Menschen dort aufgenommen werden können. Wer nicht mehr in seiner privaten Unterkunft bleiben kann, muss sich in Zirndorf beim Anker-Zentrum melden und wird dann im Raum Mittelfranken verteilt. Um mehr Menschen in private Unerkünfte zu bringen, wird eine App dafür eingerichtet.

Im Hostel gibt es einen Hausmeister, in den Turnhallen Security. Um die Sicherheit zu gewährleisten, muss dokumentiert werden, wer die Unterkünfte betritt. Damit die Helfer für Hausmeister und Security erkennbar sind, wird die Stadt für sie Ausweise erstellen.

Pro Unterkunft werden sog. Strukturmanager aus dem Pool der Freiwilligen gesucht. Sie erhalten ein Honorar. Ihre Aufgabe ist die Sichtung der Bedarfe vor Ort und die Weitergabe an die Freiwilligen.

Neben der Unterbringung der Menschen ist eine weitere große Aufgabe die Unterbringung der Kinder in Schulen und Kindertageseinrichtungen. In der Schule in der Frauenstraße sind bereits zwölf Kinder im Unterricht.

Danach wurden von Seiten des Freiwilligen-Zentrums die Bereiche benannt, für die Helfer gesucht werden. Die anwesenden Freiwilligen teilten sich in diese Themen auf und besprachen, was zu tun ist und wer für welchen Bereich die Koordination übernehmen kann. Die Ergebnisse wurden in kurzen Vorträgen vorgestellt:

1. Bereich Strukturmanager in den Unterkünften
Es meldeten sich acht Personen für diese Aufgabe. Sie sind das Bindeglied zwischen den Freiwilligen und den Menschen in den Unterkünften. Koordinator ist Richard Linz.

2. Begegnung
Die Gruppe erstellte eine Mindmap mit verschiedenen Ideen, was alles gemacht werden könnte. Hier geht es um die Themen: Freizeit, Sport und Begegnung, Religion und Seelsorge und Patenschaften.

3. Wohnungsvermittlung
Die Gruppe „Zimmer frei?“ vom Freiwilligen-Zentrum ist in diesem Bereich schon seit mehreren Jahren aktiv und unterstützt die Stadt Fürth bei der Besichtigung der angebotenen privaten Wohnungen und die zukünftigen Mieter bei den dann anstehenden Ämtergängen und darüber hinaus. An diesem Abend kamen zwei weitere Freiwillige dazu. Koordinatorin für dieses Projekt ist Andrea Baumann vom Freiwilligen-Zentrum.

4. Sprachvermittlung
Es soll sich um ein offenes Angebot handeln, in erster Linie soll es um Begegnung mit dem Schwerpunkt Sprachvermittlung gehen. Die Freiwilligen wollen sich Hilfe bei den Lehrkräften der Willkommensklassen holen.

5. Kinderbetreuung
Dafür sollen drei Gruppen an den drei Standorten gebildet werden. Die Freiwilligen wollen sich ein Bild vor Ort machen, um zu schauen, welcher Bedarf da ist. Es ist geplant Kontakt mit dem Mütterzentrum aufzunehmen.

6. Gesundheit
Diese Gruppe will Informationen zum Thema Gesundheit sammeln und an die Geflüchteten weitergeben. Ein Schwerpunkt wird auch das Thema Covid und Impfungen sein. Hilfe soll auch für Menschen mit Behinderungen angeboten werden. Gesucht werden Ärzte, die ukrainisch können.

7. Ämterbegleitung
Hier ist zu klären, zu welchen Ämtern die Menschen müssen, wer vormittags Zeit hat und an welchem Ort mit den Formularen geholfen werden kann.

8. Hausaufgabenbetreuung
Die Gruppe will die benachbarten Schulen auf Räume ansprechen. Wie bei der Kinderbetreuung und der Sprachvermittlung tauchte hier vor allem die Frage nach dem erweiterten Führungszeugnis auf. Die Stadt will sich um ein beschleunigtes Verfahren kümmern.

9. Sachspenden
Die Gruppe will sich in Teams für die einzelnen Einrichtungen aufteilen, um sich einen Überblick zu verschaffen, was gebraucht wird.

Darüber hinaus wollen sich die Freiwilligen um Spendentransporte (Hygieneartikel, Essen, Medikamente) in die Ukraine kümmern.

10. Dolmetscher
Für diesen Bereich ist das Elan zuständig. Auf der Homepage der Flüchtlingshilfe gibt es zwei Links – einmal für Übersetzungsanfragen und einmal für Übersetzungsangebote. Anfragen von Ämtern sollen direkt an elan geschickt werden.Wichtig ist zu beachten, dass die Dolmetscher nur Dolmetscher sind und keine Beratung übernehmen können. Koordinatorin beim Elan für diesen Bereich ist Gönül Eroglu (sprachbruecke@elan-fuerth.de).

Alle Informationen zu den Themen sollen auf der Flüchtlingshilfe-Homepage gebündelt werden. Die Koordinatoren werden ihre Kontaktmails dort angeben, so dass sich Interessenten melden können.

Kontaktadressen und Beschreibungen zu den entstehenden Gruppen finden Sie → hier !

das war die Einladung zu dem Treffen

Sie wollen den Geflüchteten aus der Ukraine helfen? Vielen herzlichen Dank dafür. Ihre Hilfe wird dringend benötigt.
Leider herrscht im Moment noch sehr viel Chaos und wenig Koordination.
Deshalb konnten wir Sie bisher noch wenig konkrete Hilfsangebote vermitteln.

Die Strukturen, wo und wie man helfen kann, müssen erst gebildet werden. Wir bitten Sie um Geduld und Ihre Mithilfe dabei. Wir alle arbeiten mit Hochdruck daran, Strukturen aufzubauen. Um das zu schaffen, brauchen wir jetzt auch Sie!

Bitte kommen Sie

am Dienstag den 22.03. um 18:30
zu einem Austausch und Koordinierungstreffen
in die Stadthalle

Vertreter der Stadt werden über die momentane Situation sprechen.

Seit Mittwoch, den 16.3. sind zwischen 200 und 300 Ukrainer in der Stadt Fürth in Unterkünften in der Jahnturnhalle (Theresienstraße) und im Hostel in der Kurgartenstraße untergebracht. Demnächst soll in der Turnhalle der Hans-Böckler-Schule noch eine Notunterkunft eingerichtet werden.

Sowohl in der Jahnturnhalle, auch im Hostel in der Kurgartenstraße als auch in der Turnhalle Hans-Böckler werden Helfer gebraucht.

Wir wollen die momentanen Bedarfe klären.

     • die Versorgung mit Kleidung, Hygieneartikeln und Babyartikeln

     • die Registrierung, beim Bürgeramt, Ausländeramt und Sozialamt.

     • bei allem wird Übersetzung benötigt

     • Kinderbetreuung, Sprachkurse und noch vieles mehr

Wir wollen mit Ihnen besprechen, wer sich wo einbringen kann und wie das organisiert werden kann.

Wichtig zu bedenken ist: die Impfquote liegt bei den Ukrainern bei 30% und es werden kaum Masken getragen. Schätzen sie daher unbedingt ein, bevor Sie in eine Unterkunft gehen, wie gefährdet Sie bei einer möglichen Covid-Ansteckung sind. Sind sie vollständig geimpft? Gehören Sie zu keiner besonders gefährdeten Gruppe? Bitte tragen Sie unbedingt eine FFP2-Maske und halten Sie Abstand. Im Hof hinter der Jahnturnhalle befinden sich zwei Pavillons mit Bierbänken. Soweit möglich sollten Sie Angebote draußen organisieren.

Viele Grüße auch im Namen der Stadt

Ute Zimmer und Andrea Baumann
Freiwilligenzentrum Fürth